Erneuerbare Energien – Energie mit Zukunft

Warum sind wir für erneuerbare Energien?

Das primäre Ziel erneuerbarer Energien liegt darin, von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Europa und Deutschland können es sich nicht leisten, auf Öllieferungen der OPEC-Länder oder eine Gasversorgung von Russland zu setzen. Wir sollten schnellstmöglich den Anteil an lokaler Energieerzeugung im Gesamtenergieverbrauch vorantreiben. Zwar sind die alternativen Energien noch teurer in der Umsetzung und weniger wirtschaftlich als die bisherigen konventionellen Energieformen, aber dies ändert sich mit der weiteren Erforschung und Anwendung. Daher setzen sich die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen dafür ein, dass die erneuerbaren Energien weiter gefördert werden.

 

Fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder die Kohleformen stellen nicht nur Energieträger dar, sie sind ebenfalls Grundlage unserer modernen Wirtschaft. Aus ihnen lassen sich die überall zum Einsatz kommenden Kunststoffe herstellen. Je weniger Öl wir noch haben, desto weniger wird davon auch verbraucht, weil das Öl zu teuer werden wird. Bei der Energieerzeugung beschäftigen wir uns gerade mit den alternativen Methoden und haben auch noch viele weitere Ideen. Der künftige Energiemix wird nicht nur aus Wind, Sonne und Biomasse bestehen, es werden viele kleine Energieformen im gesamten die Summe ausmachen. Dort sind auch schon viele Ideen vorhanden. Es scheitert nur an der Wirtschaftlichkeit. Jedoch gibt es für die Kunststoffe nicht allzu viele Alternativen, die uns schon bekannt wären. Verbrauchen wir also unser Öl stehen wir noch vor einem weiteren Problem.

 

Ein weiterer Vorteil von erneuerbaren Energien wäre, dass wir die Energieerzeugung im eigenen Land realisieren können. Das schafft Arbeitsplätze, die noch für die übernächste Generation sicher sein werden.

Was ist zu tun?

Zunächst muss es für die Energieindustrie interessant werden, mit den alternativen Energien umzugehen. Dafür sind Investitionen und Subventionen notwendig. Einerseits für das Stromnetz an sich, da neue Energieformen nicht die Konstanz mit sich bringt, wie es vorher die Regel war. Andererseits für die Stromformen selber. Neue Energieformen können oft nicht Tag und Nacht gleich stark Strom produzieren. Solaranlagen produzieren eben nur, wenn es hell ist und Windkraft nur wenn der Wind weht. Daher speisen diese Energieerzeuger unregelmäßig Strom ins Netz ein. Dies stellt Ansprüche an das Stromnetz, die erfordern, dass es erneuert wird. Da dies Geld kostet, muss es der Verbraucher übernehmen oder der Staat dazu beitragen. Beides sollte der Fall sein. Dabei sollen staatliche Hilfen unter höchster Transparenz stattfinden, damit der Wähler weiß wohin sein Geld fließt. Natürlich sind staatliche Subventionen und Investitionen seitens der Unternehmen schon an der Tagesordnung, jedoch fehlt die Transparenz, wodurch nicht ersichtlich wird, ob die Gelder auch sinnvoll eingesetzt werden.

 

Unternehmen müssen wirtschaftlich handeln, jedoch hat der Staat in Deutschland die Möglichkeit in den Markt im sozialen Interesse einzugreifen. Dies ist mit den CO2-Zertifikaten passiert. Jedoch ist es weiterhin günstiger für den Betreiber eines Kohlekraftwerks Zertifikate zu kaufen, statt in Filteranlagen zu investieren, um seinen zu hohen CO2 Ausstoß zu kompensieren. Dies ist ein falsches Signal an die Industrie, denn so passiert kein Wandel, der Wandel wird nur nach hinten verschoben und damit nur verschärft. Ebenso sind die CO2 Ersparnisse bei gleicher Investitionssumme für Filteranlagen höher als z.B. für Solaranlagen, die die niedrigste Kosten-Nutzen-Rechnung erfüllen!

 

Bei den Förderungen der eigentlichen Energieformen sind zu viele Fehler vorhanden. So werden die einzelnen Energieformen mehr nach populistischen Gefallen gefördert, statt nach wirtschaftlichem Nutzen. Bei den Photovoltaik, zum Beispiel, wird zu viel gefördert, was auf Kosten der anderen Energieträger geht. Es ist zwar lobenswert eine Technik zu fördern, die zunächst sehr sauber erscheint und viele Arbeitsplätze aufbaut. Die Arbeitsplätze fußen aber zum größten Teil auf staatlicher Subvention, da die Solartechnologie noch lange nicht wirtschaftlich ist. Auf dem Weg dahin werden die heutigen und schon älteren Module wieder abgebaut und durch modernere und effizientere ersetz werden. Dabei entsteht viel Abfall, aber auch viel Rohstoff für die künftigen Technologien bietet, die mit weit weniger Materialeinsatz auskommen. Dieses Recycling muss von den Unternehmen mit entwickelt werden. Es sollte nichts hergestellt werden, ohne dass man weiß, wie das Produkt wieder zu entsorgen oder zu recyclen ist!

 

Asiatische Hersteller von Solarmodulen sind günstiger, daher müssen wir in Deutschland und speziell in Brandenburg darauf achten, weiterhin in einer Spitzenposition auf dem Weltmarkt vertreten zu sein. Die derzeitigen Fördersummen sind aber zu hoch, daher ist es gut zu vernehmen, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen zum 1. Juli 2010 Regelungen getroffen hat, genau diese Summen an den Markt anzupassen.

 

Ich plädiere für andere Energieträger wie Windkraft oder Biomasse. Im Beispiel Windkraft sind die Felder, auf denen die Windanlagen stehen, noch weiterhin für Landwirtschaft nutzbar und die Kraftwerke sind ohne größere Umweltbelastung zu recyclen. Biomasse stellt mit seinem landwirtschaftlichen Ansatz ebenfalls eine Sinnvolle Energieform für Brandenburg dar.

 

Was ich fordere

Im Falle der Biomasse fordere ich eine Umverteilung der Agrarsubventionen auf die Erzeugung von Energiepflanzen. Ebenso sollte ein Anreiz für Landwirte, die sich der Massentierhaltung verschrieben haben, zum umsatteln auf Energieerzeugung herrschen. Europa stellt so schon genug Tierprodukte her, da ist es nicht ersichtlich, warum die EU unsere Landwirte für das Produzieren von Milchbergen bezahlt, welche dann doch nur in Form von Milchpulver nach Afrika exportiert wird und die dortige Wirtschaft ruiniert. Es kann nicht sein, dass mit solch einer Politik Entwicklungsländer Steine in den Weg gelegt werden.

 

Brandenburg ist ein Bundesland mit großem landwirtschaftlichem Anteil. Daher steht viel Fläche für Windkraftanlagen zu Verfügung und es sollte sich nicht scheuen Solche auch zu bauen. Daher müssen die Subventionen für Windkraft noch einmal festgelegt werden und an die neuen Umstände angepasst werden. Ebenso sollten eher unbekannte Energieformen wie Geothermie in einer dezentralen Form subventioniert und praktiziert werden.

 

Die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen schlagen daher vor, eine breite Diskussion um die Chancen und Perspektiven von erneuerbaren Energien zu führen und dabei die Bevölkerung stärker einzubeziehen. Denn nur gemeinsam mit den Menschen kann ein Wandel zu einem modernen und ausgewogenen Energiemix erreicht werden.

 

Wer sich selber ein wenig informieren möchte:

http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite www.bvb-brandenburg.de.

 

Bertram Jaeger

Landespolitischer Sprecher für Energieversorgung der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen

 

peerneuerbareenergien.pdf