BVB für mehr Unterstützung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen

Aus aktuellen Anlass zu den häufiger in den Medien erwähnten Fällen von Kindsmorden und mehrfachem sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, fordern die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen die Landesregierung auf, mehr zur Prävention für den Kinderschutz zu investieren und zu erarbeiten.

 

Häufig sind die Täterstrategien bekannt und das Vorgehen gut geplant. Erst erfolgt das intensive Beobachten und Aussuchen eines Opfers, dann die Kontaktaufnahme mit demselben und der Versuch das Vertrauen von ihm/ihr zu gewinnen, anschließend erfolgt eine Isolierung des Opfers von eventuellen Hilfesystemen, ganz nach dem Motto: "Alleine bin ich schwach". Darauf folgt der Versuch, das Opfer in ein Geheimnis zu ziehen und ihn/sie so zu veranlassen, nicht über das Geschehene zu sprechen. Danach findet eine gezielte Grenzüberschreitung von Seiten des Täters/der Täterin statt, die anfangs zufällig erscheinen mag, sich aber intensiviert und häuft.[1]

Als Präventionsmaßnahme kann die Stärkung der Kinder und Jugendlichen dienen. Wenn ein Kind weiß, dass niemand seine Grenzen (die des Kindes) überschreiten darf, wird es wahrscheinlich kein Opfer von sexuellen Missbrauch, weil es sich wehrt. Kinder, die eine sehr enge Vertrauensperson haben, die das Kind akzeptiert und bei der es sich sicher fühlt, auch wenn es mal etwas Falsches gemacht hat, wird schnell von Personen berichten, die Merkwürdige Sachen mit ihm anstellen. Dazu gehört auch, dass diese Vertrauensperson dem Kind zuhört, es ernst nimmt und vor allem ihm glaubt.

 

Leider gibt es für diese Präventionsmaßnahme die Voraussetzung, dass das Kind ein bestimmtes Alter erreicht bzw. gewisse kognitive Grundvoraussetzungen erfüllt haben muss. Kinder und Jugendliche, die z.B. anders kognitiv befähigt sind, oder Säuglinge können diese Stärken nicht in diesem Umfang aufweisen. Hier kann es also nur Präventionsmaßnahme von Außen geben.

 

Die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen fordern deshalb eine kostenfreie Ausstellung des Privat- und Behördenführungszeugnis um dies als standardisiertes Dokument für eine Bewerbung in sozialen Bereichen zu ergänzen. Dies beinhaltet zwar eine ungleiche Grundvoraussetzung für BewerberInnen, doch es gibt Einblick in die eventuellen Vorstrafen des Bewerbers/ der Bewerberin und somit einen Schutz der Kinder. In vielen sozialen Einrichtungen ist dies bereits der Standard, doch soll durch den Kostenwegfall zur Beantragung des Dokuments gezeigt werden, dass auch die Landesregierung diese Methode unterstützt.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung von sozialen Projekten und Einrichtung seitens der Landesregierung. So werden Stellen aus Kostengründen schlecht oder gar nicht besetzt. Fälle in denen MitarbeiterInnen in sozialen Einrichtungen alleine arbeiten sind leider Alltag. Es kann somit keine gegenseitige Kontrolle der MitarbeiterInnen stattfinden. Wenn ein/e pädosexuelle/r Täter/in alleine mehrere Kinder betreut, gibt es unzählige Situationen, wo er/sie diese Situation ausnutzen kann. Zudem gibt es einige wichtige Projekte (wie z.B. Strohhalm oder Hilfe Für Jungs e.V.) zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern, die aber immer wieder auf eine finanzielle Förderung zum Weiterexistieren hoffen müssen.

 

Häufig liest man als Reaktion von BürgerInnen auf Medienberichten, die einen sexuellen Missbrauch beinhalten, die Wiedereinführung der Todesstrafe und Zwangssterilisation der TäterInnen. Dies lehnen die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen strikt ab, denn es verstößt gegen das Grundgesetz und den Wert jedes Menschen (eine Verurteilung nach dem StGB wird jedoch voll unterstützt). Stattdessen fordern wir eine staatliche Förderung von Projekten wie Dunkelfeld der Charité Berlin, die pädosexuellen Männern, die jedoch noch nicht straffällig geworden sind und das auch nicht werden wollen, beraten und therapeutischen Unterstützen und so eventuelle Straftaten verhindern. Auch Projekte wie Kind im Zentrum arbeiten mit pädosexuellen StraftäterInnen zusammen und versuchen eine Veränderung des sexuell missbräuchlichen Verhaltens zu erreichen.

 

Dass diese Projekte Missbräuche verhindern und somit auch Kosteneinsparungen (eventuelle Psychiatrieaufhalte oder neue Missbräuche durch Täterverhalten der Opfer vermeiden) wird scheinbar von der Landesregierung nicht gesehen. Die Kosten für eine Prävention sind um ein Vielfaches günstiger als die Auswirkungen, wenn keine erfolgt.

 

Erst durch ein stabiles und finanziell abgesichertes Netzwerk, kann sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen verhindert werden.

 

http://www.kind-im-zentrum.de/

http://www.strohhalm-ev.de/

http://www.hilfe-fuer-jungs.de/

http://www.wildwasser.de/

http://www.kein-taeter-werden.de/

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite www.bvb-brandenburg.de.

 

Ulrich Irro

Landespolitischer Sprecher für Jugendförderung