Sinnhaftigkeit von Tierversuchen stärker prüfen
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- Veröffentlicht am Sonntag, 18. April 2010 22:21
- Geschrieben von Anita Fuchs
Die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen fordern die Landesregierung auf, Tierversuche nur noch zu genehmigen, wenn sie unumgänglich sind und keine alternativen Versuchsmethoden zur Verfügung stehen. Ebenso fordern wir dazu auf, die Entwicklung alternativer Versuchsmethoden zu fördern, eventuelle Subventionen für Tierversuche umgehend zu streichen sowie auch den Bau neuer Versuchslabore nicht mehr zu genehmigen.
Dies hat zum Hintergrund, dass Ergebnisse von Tierversuchen auf Grund von Unterschieden zwischen Tier und Mensch eine Sicherheit vorgaukeln, die faktisch nicht gegeben ist - siehe Contergan, welches zuvor an Ratten und Mäusen getestet und somit als sicher eingestuft wurde. Die verheerenden Folgen sind uns allen in Erinnerung. Ebenso gibt es eine lange Liste von Medikamenten, die auf Grund von Gefahr für den Menschen vom Markt genommen werden mussten, nachdem sie in Tierversuchen als sicher eingestuft worden waren.
Es gibt hingegen ausreichend Methoden, die zuverlässigere Ergebnisse liefern und zudem Tierquälerei überflüssig machen. Hierfür seien zum Beispiel in-vitro-Tests mit menschlichem Gewebe oder dessen Nachbildung genannt, mit Hilfe derer beispielsweise die Nebenwirkungen von Contergan nachgewiesen werden können.
Ein weiteres Beispiel sind epidemiologische Studien, durch welche 1948 herausgefunden wurde, dass erhöhte Cholesterinwerte, hoher Blutdruck, zu wenig Bewegung und Rauchen Risikofaktoren für Herzkrankheiten darstellen. Hierbei wird mit Befragung von Teilen der Bevölkerung gearbeitet. Experimente mit Hunden, denen zur Simulation verengter Gefäße das Herz operativ eingeschnürt wird, sind hierfür gänzlich ungeeignet, denn eine cholesterinreiche Ernährung hat für Hunde keine Folgen.
Anstatt Tiere krank zu machen, ist es sinnvoller, Krankheitsverläufe beim Menschen zu beobachten. Ebenso sind moderne Computer in der Lage, komplexe biologische Vorgänge zu simulieren. Allen den zuvor genannten Methoden ist Vorrang zu gewähren gegenüber Tierversuchen - auch weil hilfreiche Substanzen für den Menschen in Tierversuchen übersehen werden können.
Kritik an sinnloser und willkürlicher Misshandlung und Verstümmelung von Tieren kommt auch zunehmend aus Richtung der Wissenschaft zum Beispiel aus den Reihen des in Deutschland ansässigen Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“.
Wir fordern die Landesregierung sowie den Landesgesetzgeber daher auch eindringlich auf, die Öffentlichkeit aufzuklären, welche Tierquälerei tagtäglich in Versuchslaboren passiert und warum. Käme es nämlich nicht in Frage, Tiere zu verwenden, wären schon ganz andere Versuchsmethoden entwickelt worden. Das hat die Vergangenheit immer dann gezeigt, wenn bestimmte Tierarten nicht mehr zur Verfügung standen. Es wäre schlicht naiv zu glauben, dass ohne Tierversuche die medizinische Forschung am Ende sei.
Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite www.bvb-brandenburg.de.
Anita Fuchs
Landespolitische Sprecherin für Tierschutz der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen



